Diversity Konferenz 2026 – Inklusion

Am 21. März 2026 fand im Haus der Evangelischen Kirche in Bonn die diesjährige Diversity Konferenz der Evangelischen Kirche im Rheinland statt. Unter dem Schwerpunktthema Inklusion kamen zahlreiche Teilnehmer:innen zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Perspektiven für eine vielfältige Kirche und Gesellschaft zu entwickeln.

 

Irene Diller und Mao Rentzsch halten eine Andacht auf der Diversity Konferenz 2026.

Andacht: „Siehe, ich mache alles neu“

Den Auftakt bildete eine Andacht, gestaltet von Irene Diller und Myo Rentzsch. Unter dem biblischen Leitwort „Siehe, ich mache alles neu“ wurde der Frage nachgegangen, was „Neuanfang“ eigentlich bedeutet und ob es immer gut ist, alles neu zu machen. Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wurde deutlich, dass Veränderung nicht automatisch zu mehr Gerechtigkeit führt, sondern bewusst im Sinne von Vielfalt, Frieden und Teilhabe gestaltet werden muss.

 

Rainer Schmidt hält einen interaktiven Vortrag zum Thema Inklusion.

Hauptvortrag und Diskussion: Inklusion zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Anschluss hielt Rainer Schmidt von der Diakonie Michaelshoven einen lebendigen und zugleich fordernden Vortrag zum Thema Inklusion und Behinderung. Dabei stellte er unter anderem die Frage, wer Verantwortung für Inklusion trägt: die Gesellschaft, die inklusiver werden muss, oder auch die Einzelnen, die für ihre eigene Position und Sichtbarkeit eintreten.

Der Vortrag regte zum Nachdenken an und wurde in einer anschließenden Podiumsdiskussion unter Beteiligung des Publikums intensiv weitergeführt. Unterschiedliche Perspektiven kamen zur Sprache und machten deutlich, dass es innerhalb der Debatten um Vielfalt und Inklusion verschiedene Herangehensweisen und Erfahrungen gibt. Der offene Austausch wurde von vielen Teilnehmer:innen als bereichernd erlebt.

In der Mittagspause sorgte das Catering von Cassius Garten für eine stärkende Pause mit vegetarischen und veganen Speisen. Die Zeit wurde intensiv für Gespräche, Vernetzung und persönlichen Austausch genutzt.

 

Eine Podiumsdiskussion mit Rainer Schmidt, Anne Kathrin Quaas, Dagmar Müller und Myo Rentzsch.

Workshops: Vielfalt praktisch denken

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer:innen aus verschiedenen Workshops wählen, die unterschiedliche Aspekte von Diversity vertieften und praxisnah bearbeiteten:

Einführung in die Deutsche Gebärdensprache (DGS)

Referentin: Verena Kroll

Der Workshop bot eine praxisnahe Einführung in die Deutsche Gebärdensprache. Die Teilnehmer:innen lernten erste Gebärden kennen und erhielten Einblicke in die Lebenswelt gehörloser Menschen sowie in Herausforderungen und Barrieren in Kommunikation und Kirche.

Inklusion politisch und aktivistisch voranbringen

Referent: Lee Cornelissen

Der Workshop setzte sich mit der Frage auseinander, wie Inklusion innerhalb bestehender Strukturen gestärkt werden kann. Dabei ging es insbesondere darum, wie Barrieren abgebaut werden können, ohne die Verantwortung allein marginalisierten Gruppen zuzuschreiben.

„Seid fruchtbar und mehret euch!?“ Biblisch theologische Zugänge zur Asexualität

Referent:innen: Elinor Höke und Leena Nowoczin

In diesem Workshop wurden Asexualität und Aromantik aus theologischer und lebenspraktischer Perspektive betrachtet. Die Teilnehmer:innen setzten sich mit biblischen Texten auseinander und diskutierten, welche Vorstellungen von Beziehung und Lebensformen in Kirche Raum finden.

Türen öffnen zwischen Kulturen: Gemeinsam lernen und wachsen

Referent:innen: Elizabeth Silayo und Matthias Schmid

Der interkulturelle Workshop lud dazu ein, Perspektiven zu wechseln und voneinander zu lernen. Im Mittelpunkt standen Austausch, Zuhören und die Frage, wie Begegnung über kulturelle Grenzen hinweg gelingen kann.

Mini Zine und Collage, kreativ gegen Ungerechtigkeit

Referentin: Sarah Waschke

In diesem kreativen Workshop arbeiteten die Teilnehmer:innen mit Collagen und gestalteten eigene Mini Zines. Dabei wurden gesellschaftliche Ungerechtigkeiten sichtbar gemacht und neue Ausdrucksformen für Erfahrungen und Perspektiven entwickelt.

Kirche braucht Prophetinnen, eindeutig, strategisch, feministisch

Referentinnen: Dagmar Müller und Charlotte Fischer

Dieser Workshop nahm die Entwicklung von Frauenarbeit in Kirche und Gesellschaft in den Blick. Generationenübergreifend wurden Erfahrungen geteilt, aktuelle Herausforderungen diskutiert und Perspektiven für eine feministische und strategische Weiterentwicklung entwickelt.

 

Gemeinsamer Abschluss

Zum Abschluss der Konferenz wurden mithilfe von Mentimeter Eindrücke und Rückmeldungen gesammelt. Die entstandene Wortwolke machte sichtbar, was den Tag geprägt hat: Austausch, neue Perspektiven, Nachdenken, Begegnung und gemeinsames Lernen.

Das Mentimeter der Diversity Konferenz 2026

Wir danken allen Referent:innen, Mitwirkenden und Teilnehmer:innen herzlich für ihr Engagement und die Offenheit, mit der sie diesen Tag gestaltet haben. Die Diversity Konferenz 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Räume sind, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und im Gespräch bleiben.

Volle Reihen auf der Diversity Konferenz 2026 in Bonn.

Plakat Diversity Konferenz 2026