Gleichstellungs- und Diversitätsatlas

Die Stabsstelle Vielfalt und Gender legt zur Landessynode 2026 erneut einen Atlas mit Grafiken vor, in dem es um die Beschäftigtenstruktur und die Zusammensetzung von (Leitungs-)Gremien geht. Neben den Geschlechterverhältnissen ist auch das Alter und der berufliche Status im Blick. Erstmalig wird die Wirkung der Beschlüsse im Nachgang zur Jugendsynode überprüft. Der Atlas steht zum Download zur Verfügung (s.u. und hier ).

Geschlechterparität in Sicht

Der Frauenanteil in den Gremien steigt kontinuierlich an. Bei Presbyterien und Kreissynoden ist er mit durchschnittlich 56% bzw. 53,6% bereits über der Hälfte, bei der Landessynode und den Pfarrpersonen mit 46% knapp unter der Hälfte. Die Kirchenleitung der EKiR ist erstmals paritätisch besetzt. Der Frauenanteil bei den Pfarrpersonen im den KSVs hat sich von 2017 bis 2025 von 29% auf 45% erhöht. Ein deutlicher Erfolg für die Maßnahmen, die in der Folge der Studie „Mehr Frauen in Leitungsgremien“ durchgeführt wurden, wie z.B. das Mentoring-Programm für Pfarrerinnen.

Überalterung und fehlende Jugendpartizipation

41% Mitglieder der Presbyterien ist über 60 Jahre alt, bei den Kreissynodalältesten sind sogar 67% über 60 Jahre. Mehr als die Hälfte der Presbyterien hat trotz einer rechtlichen Regelung kein Mitglied unter 27 Jahren. Es scheint, dass gesetzliche Regelungen allein nicht reichen, um den Anteil junger Menschen in (Leitungs-)Gremien zu erhöhen. Nominierungsausschüsse müssen sensibel dafür sein, mehr junge Menschen in den Blick zu nehmen. Gremien müssen sich jungen Menschen öffnen und ggf. ihre Strukturen ändern, damit eine Beteiligung junger Menschen überhaupt möglich ist.

Fazit

Angesichts der angestrebten größeren Diversität in den Gremien der EKiR ist es dringlich, zum einen die Nominierungsausschüsse stärker zu sensibilisieren und zu schulen und zum anderen einen stärkeren Fokus auf die Erhebung von Daten zu legen. Denn wenn die Ausgangslage nicht bekannt ist, können auch keine Veränderungen gemessen werden.
Um den Arbeitsaufwand möglichst gering zu halten, sollten solche Datenerhebungen standardisiert und mit entsprechender technischer Unterstützung umgesetzt werden.